Systemische Seelsorge (KI)

Fortbildung in Zusammenarbeit mit dem Kirchröder Institut
Leitung: Dagmar Kaempffer und Michael Borkowski

Hannover | Beginn 14. Februar 2020

Systemische Seelsorge
Seelsorgerinnen und Seelsorger, die nach Fortbildungsangeboten suchen, können inzwischen aus einer großen Fülle und Vielfalt von unterschiedlichen Seelsorgekonzepten auswählen. Dabei steht der einzelne Ratsuchende im Mittelpunkt. Aber reicht das aus, um einen Menschen in all seinen äußeren und inneren Lebensbezügen gerecht zu werden?

Systemische Seelsorge sieht Ratsuchende als Teil von Lebenssystemen
Der Ratsuchende lebt in Familie, Ehe, Nachbarschaft, Beruf, Gemeinde, Sportverein etc. Systemische Seelsorge sieht den Gesprächspartner immer auch als Teil von Lebenssystemen. Nöte, Krisen, Belastungen und Krankheiten lassen sich ohne die Beziehungen nicht verstehen, in denen das Individuum in den jeweiligen Systemen lebt. Probleme eines Menschen sind oft nur als Symptome eines Systems zu verstehen, zu denen der Ratsuchende gehört. In der Systemischen Seelsorge werden Impulse aus der Familientherapie und Systemischen Beratung aufgegriffen und für die Seelsorge und Beratung in Kirchen, Gemeinden und diakonischen Einrichtungen konstruktiv in das helfende Arbeiten mit Ratsuchenden integriert. Ziel ist es, eine neue Sichtweise für das eigene Leben zu vermitteln, Hoffnung zu wecken und die Möglichkeiten und Ressourcen der Systeme in denen der Ratsuchende gelebt hat und lebt, zu entdecken und damit leben zu lernen.

Systemische Seelsorge verstehen und anwenden
Mit dem Fortbildungsangebot „Systemische Seelsorge“ bietet das Kirchröder Institut SeelsorgerInnen und BeraterInnen aus Kirchen, Gemeinden, Schulen und diakonischen Einrichtungen die Möglichkeit, theoretische Konzepte, Wahrnehmungsperspektiven und Methoden aus der Familien- und Systemtherapie als ergänzende Arbeitsmöglichkeit für die eigenen Praxis kennen zu lernen, selbst zu erfahren und sinnvoll anzuwenden. Dabei wird neben der Vermittlung des „systemischen Ansatzes“ großen Wert darauf gelegt, diese Erkenntnisse und Erfahrungen in die unterschiedlichen seelsorgerlichen Arbeitsfelder zu übertragen und theologisch zu durchdringen. „Systemische Seelsorge“ will darüber hinaus helfen, Glaube, Spiritualität und Religiosität als Ressourcen zum Leben wahrzunehmen und Anregungen geben, den „systemischen Ansatz“ mit den Chancen und Möglichkeiten eines biblischen Menschenbildes zu verbinden.

Voraussetzungen zur Teilnahme
Abgeschlossene Berufsausbildung. Praxiserfahrungen in Seelsorge, Beratung und Therapie.

Die Teilnahme erfolgt selbstverantwortlich. Der Kurs stellt keinen Ersatz für eine Psychotherapie dar. Wir gehen davon aus, dass die Teilnehmer die erforderliche psychische Belastbarkeit mitbringen.

Es wird die Bereitschaft vorausgesetzt an Selbsterfahrungsübungen teilzunehmen. Dabei legen wir Wert darauf, dass die eigenen Grenzen erkannt werden und die Offenheit besteht, sie zu erweitern. Zwischen den Modulen arbeiten die Teilnehmer in Peergruppen von 3 – 6 Personen zusammen.

Zertifizierung
Die Teilnehmer erhalten nach erfolgreichem Abschluss ein Zertifikat des Kirchröder Instituts: Systemischer Seelsorger (KI)

Fortbildungsablauf

Teil 1: 14.–15. Februar 2020
Einführung in das Systemische Denken
Einüben: Repräsentationsformen für Systeminformationen: Genogramm, Systemzeichnung, Organigramm, Bilder
Reflektion: Jetzige Lebenssituation und Herkunftsfamilie, Vergleich Selbst- und Fremdwahrnehmung
Seelsorge: Der Ansatz der Systemischen Beratung in Seelsorge, Beratung und Therapie

Teil 2: 24.–25. April 2020
Einführung in die Systemische Grundhaltung und in die Systemischen Fragestellungen
Einüben: Grundlegende Methoden der Systemischen Beratung: Hypothesenbildung, zirkuläres Fragen, paradoxe Intervention, Reflecting Team
Reflektion: Das Umschreiben der eigenen Lebensgeschichte, Arbeiten mit Fotografien aus der eigenen Lebensgeschichte
Seelsorge: Religiöse Ressourcen in der eigenen Lebensgeschichte, Religiöse Ressourcen und Konflikte in der eigenen Herkunftsfamilie, Lösungsmodelle

Teil 3: 26.–27. Juni 2020
Kennenlernen von Modellen in der Aufstellungsarbeit
Einüben: Familienaufstellungen, Familienbrett, Systemische Strukturaufstellungen nach Sparrer/Varga von Kibed
Reflektion: Aufstellung der eigenen Herkunftsfamilie mit aktuellen Fragestellungen
Seelsorge: Systemische Seelsorge und Aufstellungen („Wenn Gott ins System kommt …“)

Teil 4: 16.–17. Oktober 2020:
Rituale, Metaphern, Refraiming, analoge Geschichten
Einüben: Entwickeln von Ritualen und Metaphern, Entwerfen von neuen passenden Lösungssätzen, das Entdecken von neuen narrativen Umdeutungen
Reflektion: Das Kennenlernen von Ritualen und Metaphern in der eigenen Biographie
Seelsorge: Bibel und Theologie als Quelle der Systemischen Seelsorge

Teil 5: 13.–14. November 2020
Das Systemische Gesprächssetting
Auftragsklärung, Anfangs- und Abschlussfragen, Schlussinterventionen, Handlungsvorschläge, Externalisierung von inneren Problemen und Lösungsansätzen
Einüben: Planung und Durchführung von Seelsorgegesprächen unter Systemischer Perspektive
Reflektion: Evaluierung und Auswertung der erlebten Seelsorge und Beratung und der eigenen praktizierten Seelsorge und Beratung
Seelsorge: Systemische Seelsorge im Gemeindesystem, im beruflichen Kontext und in der eigenen Beratungspraxis

Teil 6: 22.–23. Januar 2021
Arbeiten mit dem System der inneren Familie (Ego States)
Einüben: Kennenlernen verschiedener Modelle der Repräsentation innerer Persönlichkeitsanteile
Reflektion: Das Führen von konstruktiven inneren Dialogen
Seelsorge: Das innere Selbst und die inneren Persönlichkeitsanteile

Zulassung und Anmeldung
Wir bitten um eine formlose Bewerbung mit Lebenslauf, in dem auch Ihre Fort- und Weiterbildungen, sowie Ihre Praxisfelder aufgeführt sind.
In einem schriftlichen Fortbildungsvertrag werden alle Einzelheiten vereinbart.

Die Bewerbung um einen Fortbildungsplatz sollte bis 15. Januar 2020 erfolgen. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, damit sehr gute Lernbedingungen gegeben sind.

Veranstaltungsort
Kirchröder Institut, Kirchröder Str. 46, 30559 Hannover
Freitags: 15:00–21:00 Uhr
Samstags: 09:00–18:00 Uhr

Kosten
Modell EUR 1.670,00 Honorar insgesamt
Die Teilnahmegebühr beinhaltet alle Fortbildungsunterlagen, Zertifikat des Kirchröder Institutes sowie Akkreditierung bei der Psychotherapeutenkammer Niedersachsen. Versorgung mit Imbiss und Getränken.

Leitung
Michael Borkowski

Theologe, Pädagoge, Therapeutischer Seelsorger, Systemischer Berater und Familientherapeut, Therapeut für Psychotraumatologie und Traumatherapie. Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie (DGSF)
Mitglied in der Akademie für Psychotherapie und Seelsorge e.V. (APS)

Dagmar Kaempffer
Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, leitende Oberärztin am Zentrum für affektive Störungen und Persönlichkeitsstörungen AMEOS Klinikum Hildesheim

Anmeldung:
postalisch mittels Faltblatt zum Download >
oder über die Website des Kirchröder Instituts >

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